Hüterin der Bienen

Welt-Bienentag 2026

Im weißen Imkerinnenanzug ist Lena kaum zu erkennen. Am Bienenstock drückt sie ein paar Mal den Blasebalg des Bienen-Smokers. Das Summen der Bienen klingt freundlich und beruhigend. Stolz zieht sie ein Rähmchen mit der Wabe heraus. Sie könnte stundenlang hier stehen und ihre Bienen anschauen.

Imkern von Kindesbeinen an

Eigentlich ist Lena Grafikerin beim Möhrchenheft. Aber schon in ihrer Kindheit wurde in ihrer Familie geimkert. Letztes Jahr hat sie die Familientradition wieder aufleben lassen und sich eigene Bienenvölker angeschafft. Zwischen Ende April und Anfang Juli ist Lena jede Woche am Bienenstand. Es ist die intensivste Zeit sowohl für die Bienen, als auch für sie als Imkerin. Denn jetzt gibt es ein sehr hohes Nahrungsangebot von Pollen und Nektar, wodurch die Bienen nicht nur sehr viel sammeln, sondern sich auch stark vermehren. Die Königin legt in dieser Zeit bis zu 2.000 Eier pro Tag, sodass das Volk von 5.000 Bienen im Frühjahr auf bis zu 60.000 Bienen wachsen kann.

Als Imkerin schaut Lena jetzt sehr regelmäßig nach ihren Bienen, checkt jede Wabe, um die Brut zu kontrollieren. Denn wenn es zu eng im Stock wird, ziehen sich die Bienen eine zweite Königin heran. Noch bevor diese schlüpft, verlässt die alte Königin den Stock, um eine neue Unterkunft zu suchen. Dabei nimmt die einen großen Teil der Bienen und des Nektars mit. Lena verhindert das, in dem sie den Bienen mehr Platz gibt oder das Volk gezielt teilt.

Es geht um mehr als Honig

Der gesammelte Nektar wird von den Bienen in den Waben eingelagert und zu Honig umgewandelt. Das ist der Winter-Nahrungsvorrat der Bienen. Die Pollen dienen rein der Fütterung des Nachwuchses. Doch Lena imkert nicht nur wegen des Honigs. Für sie steht die Biene vor allem für Ernährungssicherheit und Biodiversität. Denn klar ist: Eine Welt ohne Bienen ist undenkbar. Das ist auch das Motto des Welt-Bienentags am 20. Mai, ausgerufen von den Vereinten Nationen.

Durch schwindenden Lebensraum, giftige Pestizide und Nahrungsmangel durch Monokulturen sind die Bienen bedroht. Und damit letztlich wir Menschen selbst: 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen sind von der Bestäubung insbesondere durch Bienen abhängig. Allein für medizinische Zwecke verwenden wir heute über 50.000 bienenbestäubte Pflanzenarten.

Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, den Bienen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen. Für Lena heißt das ganz praktisch: Rein in den Anzug und raus auf die Wiese.

Mehr zum Welt-Bienentag gibt es hier: www.weltbienentag.de